Der Steinschlag

Die Hauptursache für eine beschädigte Windschutzscheibe ist ein Steinschlag.
Ein vorausfahrender LKW wirbelt einen kleinen Stein auf, durch die Beschleunigung auf 80 km/h wird der kleine Stein zum Geschoss, das mit kiloschwerer Aufprallwucht auf die Windschutzscheibe trifft. Das Glas, meistens nur die Außenscheibe einer Verbundglasscheibe, bricht an dieser Stelle.

Einen Steinschlag sollte man nicht unterschätzen. Bereits das Überfahren eines kleinen Schlaglochs kann eine Erschütterung auslösen, so dass aus dem Steinschlag schnell ein immer größer werdender Riss in der Scheibe entsteht und dadurch die Sicht und somit die Sicherheit erheblich beeinträchtigt wird.

Man sollte weder die eventuell mögliche Reparatur, noch einen vielleicht erforderlichen Austausch der Scheibe auf die lange Bank schieben, sondern sich möglichst umgehend darum kümmern, denn: Die Einschlagstelle verschmutzt, je länger sie ungeschützt dem Wetter ausgesetzt ist, desto schlechter wird vor allem das optische Reparaturergebnis. Abgesehen davon hat man als Laie keine Erfahrung, welche Auswirkungen ein Steinschlagschaden haben kann, deshalb ist es in jedem Fall sinnvoll, mit dem Fahrzeug in eine Autoglas-Werkstatt zu fahren, um den Schaden von einem Autoglas-Fachmann besichtigen zu lassen.

Die Reparatur kann nach folgender Faustregel erfolgen: Der Steinschlagschaden darf nicht im unmittelbaren Sichtfeld des Fahrers liegen, die Beschädigung sollte in nicht größer als der Durchmesser einer Zwei-Euro-Münze sein, es dürfen keine Risse länger als 3 cm repariert werden und die Einschlagstelle sollte ca. mindestens 5-10 cm vom Scheibenrand entfernt sein. Zum Sichtfeld des Fahrers ist zu beachten, dass dieses durch den deutschen Gesetzgeber genau definiert ist. Es liegt in einem senkrechten Streifen von ca. 29 cm Breite genau in der Lenkradmitte. Unten und Oben wird das Sichtfeld vom des Scheibenwischers begrenzt. Innerhalb dieses Bereiches ist eine Reparatur nicht zulässig.

Das Prinzip der Steinschlagreparatur ist einfach erklärt: Die Einschlagstelle wird gereinigt und von kleinsten Glassplittern befreit, ggf. wird ein Zugangskanal gebohrt, die Hohlräume werden mit einem Kunststoff-Harz aufgefüllt, das anschließend unter UV-Licht ausgehärtet wird. Zum Schluss wird die Scheibe gereinigt und poliert. Die Dauer der Reparatur beträgt alles in allem ca. 30 Minuten.

Eine gute Reparatur hinterlässt kaum Spuren, man sieht teilweise nur bei ganz genauem Hinsehen, dass repariert wurde. Das Wichtigste aber ist neben einem guten optischen Ergebnis: Die Funktion der Scheibe ist wiederhergestellt, sie ist wieder stabil und reißt in der Regel nicht weiter. Sie sollten davon ausgehen, dass es immer eine kleine optische Beeinträchtigung geben wird. Je besser der Reparateur, je öfter er Steinschläge repariert, desto besser üblicherweise das Ergebnis. Das spricht für Autoglaser, die auf diesem Gebiet Spezialisten sind, und die die Reparatur täglich durchführen.

Zu den Kosten der Reparatur: Im Regelfall werden sie bei Versicherungsverträgen mit Teilkasko von der Versicherungsgesellschaft übernommen. Auch bei bestehender Selbstbeteiligung. Es ist für eine Versicherungsgesellschaft einfach billiger, die Kosten der Reparatur zu übernehmen, als die Kosten zu tragen, die bei einem Austausch der Scheibe nach Abzug Ihrer Selbstbeteiligung, noch zu begleichen sind.

Die Reparatur, sowie der Austausch einer Scheibe haben keinen Einfluss auf den Schadenfreirabatt und somit die Einstufung Ihrer Kfz-Versicherung.

Und zum Schluss. Wer mit einer bestehenden Beschädigung der Windschutzscheibe sein Fahrzeug zur Hauptuntersuchung vorführt, erhält keine Plakette, sondern muss die Scheibe entweder reparieren oder austauschen lassen und erneut vorführen, wodurch vermeidbar höhere Kosten für die Hauptuntersuchung entstehen.

Steinschlag